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Rückblick: Jahrestagung Offene Kinder- und Jugendarbeit 2019
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2019-07-17 08:26

Rückblick: Jahrestagung Offene Kinder- und Jugendarbeit 2019

Schon in den Eröffnungsreden wurde deutlich, dass „Offenheit“ ganz klar eine politische Dimension beschreibt: Was ist das überhaupt - eine offene Gesellschaft? Eine, die „mit ihren Minderheiten respektvoll umgeht, … die unbeirrbar auf die Menschenrechte besteht, … die individuelle Lebenswege zulässt, …die demokratisch um die richtigen Lösungen für die Zukunft ringt, …die Freiheit zulässt bis zur Schmerzgrenze“ - und ganz wichtig: „sie ist angewiesen auf selbstbestimmte, kritische Mitglieder, die Verantwortung übernehmen“ so Martin Wetzel, 1.Vorsitzender der AGJF in seiner Begrüßung. Wie er betonte auch Marion Steck, Referatsleiterin im KVJS, dass Offenheit zwar eine Einladung an die Neugier, nicht jedoch an die Beliebigkeit ist. Sie erfordert „klare Abgrenzung zu abwertenden Haltungen, Gewalt und Ausgrenzung“. Denn stärker denn je ist diese Offenheit der Gesellschaft und die der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gefährdet und Angriffen ausgesetzt. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. „Hier sind Sie gefordert, die jungen Menschen auf ihrem Weg des erwachsen Werdens zu begleiten“, betonte Marion Steck.

Doch wie gelingt es, aus jungen Menschen kreativ und verantwortungsvoll gestaltende Mitglieder einer vielfaltsfreundlichen Gesellschaft zu machen, anstatt dass sie nur gehorsam Anweisungen befolgen? Wie gelingt dies der Offenen Kinder- und Jugendarbeit?
Antworten darauf fanden sich im Vortrag von Prof. Dr. Albert Scherr von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Unerlässlich ist die „an demokratischen Werten und der menschlichen Würde orientierte Haltung der Jugendarbeiter*innen selbst“, hob Scherr hervor. Ein hoher Anspruch, denn die Fragen der aktuellen Integrationsdebatten, welche Unterschiede und wie viel Unterschiedlichkeit eine Gesellschaft aushalten kann, ohne dass ihr Zusammenhalt gefährdet ist, sind nicht trivial. Das Bild einer bunten Mischung sei außerdem zu naiv, denn „die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse fordern zu Antworten heraus, die kontrovers sind und zu Konflikten führen.“ so Scherr und untermauerte seine These anschaulich mit Beispielen. Sicherlich bescherte er auch dem ein oder anderen Teilnehmenden ein Aha-Erlebnis mit seinen Definitionen der Begriffe „Gesellschaft“ und „Gemeinschaft“ oder möglichen Haltungen bei problematisch erlebten Unterschiedlichkeiten - insbesondere mit seinem Verständnis einer „zivilisierten Verachtung“: Es ist eine Überforderung, alle Meinungen und Orientierungen – insbesondere die rechts außen! – im Sinne einer falsch verstandenen Toleranz gut finden zu sollen. Die Ablehnung solcher Haltungen ist wichtig, jedoch verbunden mit einer Trennung zwischen Haltung und Person. Die „Verachtung“ trifft die Haltung, nicht die Person. Außerdem äußert sie sich „zivilisiert“, also dezidiert, aber gewaltfrei. Die anschließende Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte, wie wichtig diese Debatten um Integration und ihre Erfordernisse sind, und dass hier Klärungs- und Handlungsbedarf besteht. Den Vortrag können Sie hier anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=YUsPOXBlarE&feature=youtu.be

Antworten auf die Fragen der Umsetzung und des Gelingens in der Praxis, fanden sich auch in zahlreichen Workshops an den Nachmittagen der zweitägigen Veranstaltung. Die thematische Bandbreite reichte von menschenrechtsorientierter Jugendarbeit über Inklusion, gewaltfreie Konfliktlösung, wertschätzende Grenzziehung oder Angelegenheiten der Aufsichtspflicht bis hin zu digitalisierten Lebenswelten.
Sehr anschaulich präsentierten sich zudem zwei Beispiele aus der Praxis als Vertreterinnen von Konzepten einer „offenen Gesellschaft“: Ein Herrenberger Flüchtlings-Projekt und das Karlsruher „LaViE“, erstes LSBTTIQ-Jugendzentrum Baden-Württembergs waren zu Gast und fanden großen Anklang.

Der zweite Tag der Jahrestagung startete mit einer Podiumsdiskussion, die sich mit Diffamierung der (Offenen) Jugendarbeit und anderer gesellschaftlicher Akteure durch politisch Andersdenkende und unserem Umgang damit befasste. Politisch aktuell war das Gespräch besonders vor dem Hintergrund der tags zuvor stattgefundenen (Kommunal-)Wahlen, die zu einem Erstarken antidemokratischer und populistischer Kräfte und deren Einzug in viele Gemeinde- und Stadträte führten. Konkrete Beispiele aus Jugendhäusern in Baden-Württemberg machten die strategischen und taktischen Muster der Angriffe solcher Kräfte auf die Offene Kinder- und Jugendarbeit deutlich. Neben Claudia Martin, MdL der CDU, Thomas Poreski, MdL der Grünen und Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg, kamen Verena Kriegisch, Kreisjugendreferentin aus Tuttlingen und Martin Wetzel, 1. Vorsitzender der AGJF zu Wort – unter reger Beteiligung des Publikums.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung, was die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen. Die Vorbereitungen für die nächste Jahrestagung laufen bereits und auch der Termin steht schon fest:  11. und 12. Mai 2020 im KVJS-Tagungszentrum in Gültstein.

Susanne Alt

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